Rund um’s Weinfass

Wie entsteht ein Fass?

Aus gesunden, astfreien, alten Stieleichen wurden/werden Weinfässer gemacht. Nachfolgend die einzelnen Arbeitsschritte in Kurzform:

  • Aufschneiden / Vierteln der Stämme
  • Einsägen der Dauben im Spiegelschnitt (Längsschnitt durch gerade gewachsenes Holz; bei Lichteinfall schimmern die feinen Streifen wie ein Spiegel)
  • Lagerung und Trocknung der Dauben im Freien (ca. 2 – 4 Jahre)
  • Dauben ablängen (zuschneiden), streifen (abhobeln), ausziehen (aushöhlen) und fügen (anordnen, ausrichten in der Fuge)
  • Dauben in den Reifen zum Fass aufstellen
  • Fass feuern/toasten (Fassrumpf kommt über das Feuer)
  • Dauben unter Feuer und Wasser mithilfe der Fassreifen biegen
  • Fass gargeln (zum Einbinden des Bodens wird eine Gargel = Nut oder Rille eingefräst)
  • Fertigung der Böden (verschilfen und mit Holzstiften verdübeln)
  • Böden einbinden (in die Nut einbauen)
  • Dauben verschilfen
  • Arbeitsreifen (außer den Kopfreifen) entfernen
  • Fass verputzen (Fassrumpf wird abgehobelt)
  • Abbinden des Fasses (aufziehen der fertigen Reifen)
  • Fertig

Was sind Fassdauben?

Dauben sind speziell geformte, gebogene Seitenhölzer von Fässern, die vom Küfer oder Böttcher zu Fässern (Weinfässer, Bierfässer, Bottiche u.v.m.) verarbeitet werden. Vorzugsweise wird hierfür feinporiges, dicht gewachsenes Eichenholz verwendet, da es hart, robust und lange haltbar ist.

Nachdem das Holz entlang der natürlichen Fasern des Holzes (senkrecht oder schräg zu den Jahresringen) gespalten wurde, muss es lange (bis zu 4 Jahre) an der Luft trocknen.

Bei der Weiterverarbeitung werden die Dauben im Dampfbiegeverfahren in die gewölbte Form gebracht. Dies geschieht im halbfertigen Fass durch Feuer; die Dauben werden feucht gehalten, damit sie nicht brechen. Stahlreifen halten das Fass zusammen.

Was ist ein Fass-Spund?

Der Fass-Spund ist ein konischer Zapfen aus schräg geschnittenem Eichenholz, der das Spundloch (kleine, runde Öffnung zum Befüllen und Entleeren) verschließt. Er sorgt beim vollen Fass für den Luftabschluss.

Was ist ein Mannloch?

Als Mannloch wird allgemein der Einstieg in einen Behälter bezeichnet. Weinfässer von einem Volumen von 1000 Litern aufwärts haben auf der Vorderseite eine Öffnung, das sogenannte Mannloch. Durch diese Öffnung musste ein Mann schlüpfen können, um das Fass zu reinigen oder vollständig zu entleeren. Diese Arbeit wurde auch von Winzerinnen verrichtet, aber der Name Mannloch ist nach wie vor aktuell. Auch viele kleinere Fässer haben diese Reinigungsöffnung, um die Arbeit mit dem Schlauch zu erleichtern.

Was ist ein Fass-Türchen?

Das Fass-Türchen verschließt das Mannloch auf der Vorderseite des Fasses. Es ist im oberen Teil halbrund, passend zur Mannloch-Öffnung. Mit der Schraubenmutter des Fass-Riegels wird das Türchen festgezogen. Durch die abgeschrägten Ränder der Öffnung und der Tür, in Verbindung mit dem Fass-Talg, ist eine gute Abdichtung garantiert.

Was ist ein Fass-Riegel?

Der Fass-Riegel ist ein Holzriegel, der das Fass-Türchen beim vollen Fass an der Vorderseite gegen den Innendruck, der durch die Befüllung entsteht, sichert. Die Formen waren je nach Küfer unterschiedlich. Oft wurden diese Riegel auch durch Schnitzereien verziert.

Wenn der Winzer mit dem Schlauch Wein aus dem Fass zieht, nutzte er den Riegel als Abstellplatz für das Probierglas.

Was ist Fass-Talg?

Fass-Talg ist eine dauerelastische Dicht- und Isoliermasse für Holz im Nassbereich. Sie findet Anwendung beim Verschließen des Fass-Türchen und zum Ausbessern von kleinen Undichtigkeiten am Weinfass.

Früher wurde diese Dichtmasse überwiegend aus tierischen Fetten (Rindertalg) gemacht. 1935 wurde von Franz Ritter eine neue Fassdichte auf Grundlage von neutralem Edelwachs entwickelt. Sie ist geruchs- und geschmacksneutral, lebensmittelecht, nimmt keinen Einfluss auf das Füllgut, ist unbegrenzt haltbar sowie temperaturbeständig bis 35 ° C.

Was ist verschilfen?

Schilf, umgangssprachlich auch Liesch oder Binderbast genannt, wird zum Abdichten von Holzfässern verwendet. Dieses Rohrkolbengewächs findet man an Teichen und langsam fließenden Gewässern. Nach dem Schneiden im September wird das Rohr getrocknet und ist dann nahezu unbegrenzt haltbar. Beim Verschilfen der Dauben werden die zugeschnittenen Schilfstreifen mit einem Dichtkeil zwischen die Hölzer geschoben.

Was ist eine Fass-Schließe?

Fass-Schließen sind keilförmige Lagerhölzer. Sie verbinden Fass und Lagerbalken; sie werden unter dem liegenden Fass positioniert und verhindern somit das Wegrutschen der Weinfässer.

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