Besonderheit Weinfassholz

Aus alten, gesunden Stieleichen wurden in Weingegenden Weinfässer gemacht. Um lange Wege zu vermeiden, lässt sich vermuten, dass die Bäume, aus denen unsere Fässer gemacht wurden, aus den waldreichen Regionen Hunsrück, Eifel, Westerwald, Pfälzer Wald stammen. Ob es sich jedoch um Mondholz handelt, wie mancher alte Winzer gerne berichtet, bleibt unbeantwortet. (Mondholz, im Januar bei Neumond in der Nacht geschlagen, soll die beste Voraussetzung für langlebige Fässer sein?!)

Wenn das Holz geschlagen ist und die ersten Vorarbeiten erledigt sind, kann der Fassküfer frühestens nach 2 bis 4 Jahren Hand an das wertvolle Holz legen. Bis dahin muss es lagern, die Sonne soll es trocknen und der Regen die bitteren Gerbstoffe auswaschen. Dann wird das Holz vom Daubenhauer (früher gespalten, heute gesägt) bearbeitet. Dabei müssen die Faserverläufe im Holz beachtet werden (Längsschnitt).

Charakteristisch für die Eiche ist:

  • hart, schwer und robust
  • trotzdem elastisch
  • daher druck- und biegefest
  • das Kernholz ist sehr langlebig
  • unter Wasser beinahe unbegrenzt haltbar
  • hoher Anteil an Gerbsäure

Durch diese Merkmale ist die Eiche das ideale Ausgangsmaterial für Weinfässer.

In Verbindung mit Feuchtigkeit und unter Sauerstoffeinfluss wirkt die Eiche korrodierend auf Eisenmetalle. Aufgrund dieser chemischen Reaktion kommt es unter den Fassreifen zu den typischen Verfärbungen.

Durch die jahrzehntelange Belegung der Fässer mit Weiß- oder Rotwein, die Lagerung in unterschiedlich klimatisierten Kellern und die Korrosion der Fassreifen sind individuelle Spuren entstanden, die das alte Eiche-Weinfassholz so einzigartig machen. Es ist immer wieder spannend, was das Holz nach Entfernung aller Verunreinigungen freigibt. Es erzählt die Geschichte unserer Heimat und der vergangenen Generationen.

Ich bringe dem alten Weinfassholz eine große Wertschätzung entgegen und fühle mich verpflichtet, handwerklich gute Arbeit abzuliefern. Das ist mein Anspruch mir und dem Material gegenüber.